Anwendungsbeispiele
Auf dieser Seite finden Sie ausgewählte Use Cases, die die Implementierung moderner, umweltfreundlicher Technologien in verschiedenen Szenarien zeigen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Sicherheitsstandards. Jeder Use Case bietet interessante Einblicke in die Herausforderungen und Lösungen, die bei der Integration neuer Technologien in bestehende Systeme auftreten.
Evaluation des Prüfprozess und der Sicherheitskonformität von Metallhydrid-Wasserstoffspeichern
Ein Unternehmen hat beim SVTI angefragt, um gemeinsam eine Lösung zur möglichen Implementierung ihres Produkts zu finden. Im Rahmen des dieses Projekts wurde daran gearbeitet, herkömmliche Heizsysteme durch CO2-neutrale, wasserstoffbasierte Heizlösungen zu ersetzen. Eine zentrale Herausforderung bestand darin, festzustellen, ob ihr Metallhydrid-Wasserstoffspeicher prüfpflichtig ist. Die Zusammenarbeit mit dem SVTI war entscheidend, um sicherzustellen, dass die Technologie nicht nur effizient, sondern auch konform mit den strengen Sicherheitsvorschriften ist.
Erkenntnisse
Wenn der Wasserstoffspeicher vom Typ „Metallhydrid-Speicher“ ist, dann ist zu beachten, dass durch den Einsatz von Metallhydrid-Speichern eine sichere und effektive Speicherung und Abgabe von Wasserstoff erreicht werden kann. Diese Technologie zeigte eine hohe Effizienz und erwies sich als zuverlässig in der Praxis. Wichtig ist, dass Metallhydrid-Speicher in ihrer Funktionsweise spezielle Überlegungen erfordern, insbesondere hinsichtlich der Handhabung und Integration in bestehende Systeme. Sie benötigen spezifische Umgebungsbedingungen, um optimal zu funktionieren, darunter Temperatursteuerung und Druckmanagement.
Prüfungserfordernis
Unsere Untersuchung hat ergeben, dass der Metallhydrid-Wasserstoffspeicher gemäss den EKAS 6516-Vorschriften nicht der periodischen Prüfpflicht durch das KIS unterliegt. Jeder Speicherelement beinhaltet 50 Liter bei 30 bar, was ein Produkt von 1500 bar-Liter ergibt. Prüfpflichtig sind Speicher jedoch erst ab 3000 bar-Liter. Obwohl mehrere solcher Speicherzylinder parallelgeschaltet sind und das Gesamtvolumen somit höher ist, kann aufgrund der Geometrie und der sehr dünnen Rohrverbindungen jeder Speicherzylinder einzeln betrachtet werden, nicht das ganze System als Gesamtsumme.
Fazit
Die Kernfrage war, ob dieser Metallhydrid-Speicher, aufgrund des Mediums (Wasserstoff) sowie unter Berücksichtigung des Volumens und des Drucks, im Rahmen der EKAS-Richtlinien unter die periodische Prüfpflicht fällt oder nicht. Unsere Analyse hat bestätigt, dass Metallhydrid-Speicher effektive Lösungen für die Speicherung von Wasserstoff in Heizsystemen darstellen und gemäss den EKAS 6516-Vorschriften nicht prüfpflichtig sind. Das bedeutet, das Kesselinspektorat muss keine regelmässigen Prüfungen und Messungen alle zwei Jahre durchführen. Der Bauherr/Betreiber hat somit keine weiteren Auflagen von Seiten des KIS zu berücksichtigen. Damit trägt der Hersteller der Anlage die Verantwortung für die Konformität und Betriebsvorschriften und hat mehr Freiheiten bei der Planung und dem Bau der Anlage. Dies vereinfacht den Implementierungsprozess erheblich, verringert die anfallenden Kosten und ermöglicht eine schnellere Adaption der Technologie in bestehenden und neuen Heizsystemen.
Möchten auch Sie einen Wasserstoffspeicher installieren und haben Fragen dazu? Nutzen Sie unseren Leitfaden oder treten Sie mit uns in Kontakt. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Sicherheits- und Prüfanforderungen für erdverlegte Wasserstofftanks: Planung und Implementierung
Das Ingenieurbüro, W&P ENGINEERING AG, hat das Kesselinspektorat kontaktiert, um Unterstützung bei der Planung einer Wasserstoffanlage mit einer Brennstoffzelle und einem erdverlegten Wasserstofftank für eine neue Wohnüberbauung in Zürich zu erhalten. Der Tank wird von der Firma Elkuch geliefert. Richtigerweise wurde das Kesselinspektorat frühzeitig in die Planung einbezogen, um mögliche Herausforderungen eruieren und Hilfestellung geben zu können.
Erkenntnisse
Bei der Planung eines erdverlegten Wasserstofftanks sind mehrere wichtige Aspekte zu berücksichtigen. Zunächst muss der Tank gemäss den EKAS-Richtlinien alle zwei Jahre einer Inspektion während des Betriebs sowie einer kathodischen Korrosionsschutzkontrolle unterzogen wer. Da jedoch ein Betreten des Behälters wegen möglicher Kontaminationen vermieden werden sollte, kann alternativ auch eine PA-UT-Prüfung von aussen durchgeführt werden. Dies ist jedoch aufgrund der Erdverlegung nicht möglich.
Daher ist es zwingend erforderlich, vor der Umsetzung ein sorgfältiges Prüfkonzept zu erstellen, um mögliche alternative Prüfmethoden zu definieren, mit denen die Integrität des Behälters zweifelsfrei bestätigt werden kann.
Beispiele für alternative Prüfmethoden sind eine permanente Überwachung des Behälters mittels Schallemissionsprüfung oder wechselnde Prüfungen, die eine Kombination aus Schallemissionsprüfung sowie Sicht- und Ultraschallprüfung durch Einstieg beinhalten. Zudem könnte der Bau einer Kaverne für die Prüfung mittels PAUT in Betracht gezogen werden. Eine Besprechung mit dem Kesselinspektorat kann organisiert werden, um diese Punkte im Detail zu klären und sicherzustellen, dass alle Anforderungen und Richtlinien eingehalten werden.
Prüfungserfordernis
- Regelmässige Überprüfungen der Dichtheit
- Regelmässige kathodischen Korrosionsschutzkontrolle
- Regelmässige Überprüfung der Integrität des Tanks
- Messungen und Inspektionen, die gewährleisten, dass der Tank sicher und funktionsfähig bleibt
Da die Prüfungen und Inspektionen mit erheblichen Komplikationen verbunden sind, wie dem Entleeren und Säubern des Tanks sowie dem sicheren Zugang für Inspektoren, ist es unerlässlich, diese Anforderungen bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen.
Fazit
Für die erfolgreiche Implementierung der Wasserstoffanlage sollte unser Leitfaden für Wasserstofftanks beachtet werden. Dieser Leitfaden enthält detaillierte Informationen zu den erforderlichen Prüfungen und den technischen Anforderungen. Durch die Beachtung des Leitfadens und die enge Zusammenarbeit mit dem Kesselinspektorat kann sichergestellt werden, dass der Wasserstofftank sicher und effizient betrieben wird und alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden.
Haben Sie Fragen zur Planung und Installation von Wasserstofftanks? Kontaktieren Sie uns und profitieren Sie von unserem langjährigen Know-How oder nutzen Sie unseren Leitfaden. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem Projekt und helfen Ihnen, alle erforderlichen Vorschriften und Prüfungen zu erfüllen.