Wallisellen / Interlaken, 18. Juni 2009. – Die Konsolidierung der verschiedenen Inspektoratstätigkeiten und Mandatsverhältnisse prägten das vergangene Geschäftsjahr des Schweizerischen Vereins für technische Inspektionen SVTI. Anlässlich der diesjährigen Vereinsversammlung feierte der SVTI in Interlaken sein 140-jähriges Bestehen.
Die Konsolidierung der verschiedenen Inspektoratstätigkeiten und Mandatsverhältnisse war eines der Hauptziele des vergangenen Geschäftsjahres. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gelang es dem SVTI, die Tätigkeit seiner Inspektorate und Tochterunternehmungen noch besser aufeinander abzustimmen, um damit Synergien und Potenziale noch besser nutzen zu können.
Kooperationen gefestigt
Die Einführung der europäischen Druckgeräte-Richtlinie sowie die Inkraftsetzung der neuen Schweizer Druckgeräteverwendungsverordnung (DGVV) machten für das Kesselinspektorat die Erneuerung der Verträge mit der SUVA und der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) nötig. Die Zusammenarbeit mit der SUVA, die seit 2008 neu als zentrale Meldestelle für Druckgeräte auftritt, hat sich im vergangenen Jahr gut eingespielt.
Das Nuklearinspektorat des SVTI erlebte ähnliche Entwicklungen. Die für das Inspektorat zuständige Aufsichtsbehörde, die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) wurde neu organisiert und ist seit Anfang Jahr als eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) operativ. Zusätzlich wurde im April ein Vertrag zwischen den vier Betreibergesellschaften der schweizerischen Kernkraftwerke und dem SVTI über den Aufbau und die Einrichtung der Qualifizierungsstelle ZfP Schweiz im Nuklearinspektorat des SVTI abgeschlossen.
Konsolidierung der verschiedenen Tätigkeiten
Auch das Eidg. Gefahrgutinspektorat (EGI) war organisatorischen Änderungen unterworfen. Die Inspektionstätigkeiten sind tendenziell rückläufig. Die beiden Inspektorengruppen «Behälter» und «Tanks» wurden deshalb zusammengelegt. Das Inspektorat wird dadurch noch effizienter und ist beim Einsatz der Inspektoren noch flexibler.
Der im Jahr 2007 neu überarbeitete Vertrag zwischen dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO und dem SVTI erwies sich im Berichtsjahr als gute Basis für die vom Eidg. Inspekto-rat für Aufzüge (EIA) durchgeführten Marktkontrollen. Er regelt neben den Aufgaben des Inspektorats auch die finanziellen Beiträge und gibt die Randbedingungen für die mittelfristige Planung des EIA vor.
Seit der Übernahme der Voruntersuchung von unbeaufsichtigten Bauten (Mitte 2007) hat das Eidg. Rohrleitungsinspektorat (ERI) 30 Fälle erfolgreich abgeschlossen. Der neue Aufgabenbereich erwies sich als wertvolle Ergänzung der Inspektoratstätigkeit.
Positives Ergebnis für das Jahr 2008
Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Lage auf die Erfolgsrechnung des SVTI waren 2008 noch nicht sehr stark spürbar. Bei einem Umsatz von insgesamt CHF 18,435 Mio. erzielte der SVTI einen budgetkonformen Ertragsüberschuss von CHF 205'327.
Blick in die Zukunft
Neben dem Rückblick auf die 140-jährige Vereinsgeschichte blieb an der Vereinsversammlung genügend Zeit für einen Blick in die Zukunft: Empa und SVTI wollen die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verstärken. Ein erstes konkretes Ziel ist der Aufbau eines Instituts für Werkstofftechnologie beim SVTI.
Vorstandsmitglieder bestätigt
Die anwesenden Mitglieder wählten die bisherigen Vorstandsmitglieder Peter Balmer, Herbert Rust, Mario Schönenberger und Dr. Heinrich Schwendener für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren. Neu in den Vorstand gewählt wurde Prof. Dr. Rainer Bunge. Herr Bunge ist seit 2001 an der Hochschule für Technik in Rapperswil als Dozent für Umwelt- und Verfahrenstechnik und als Leiter des Institutes für Umwelttechnik tätig. Dr. Marc Harzenmoser wurde vom Gesamtvorstand in den Vorstandsausschuss gewählt.
Politik und Forschung bildeten das Rahmenprogramm
Der Berner Ständerat Werner Luginbühl begrüsste die Gäste und wies auf die Wichtigkeit der Tätigkeiten des SVTI hin. Er appellierte an die Anwesenden, sich mit dem SVTI weiter für die Sicherheit von Mensch und Umwelt einzusetzen. Prof. Dr. Hans-Josef Hug von der Empa Dübendorf zeigte dem interessierten Publikum mit dem Vortrag "Nanotechnologie - von der Erfindung bis zur Anwendung" nicht nur die Chancen, sondern auch die Anforderungen für den risikobewussten Umgang mit dieser neuen Technologie auf.
Hintergrundinformation zum SVTI
Der Schweizerische Verein für technische Inspektionen überwacht als privates, unabhängiges Unternehmen in der Schweiz rund 50'000 technische Anlagen und Geräte, ca. 2500 km Erdgas- und Erdölpipelines, 12'000 Transporttanks für Schiene und Strasse sowie Verpackungen und Druckgasbehälter in grosser Zahl. Bund und Kantone erteilen ihm auf Mandatsbasis entsprechende Aufträge. Der SVTI ist eine Nonprofit-Organisation und bezweckt in erster Linie: Die Verhütung von Unfällen, Störungen und Schäden. Die Beseitigung von Gefahren im Zusammenhang mit dem Transport und der Lagerung gefährlicher Güter. Die Beseitigung von Gefahren bei der Herstellung und dem Betrieb technischer Anlagen aller Art. Insgesamt sind rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den SVTI tätig. Gegen 9'000 Firmen, Privatpersonen und öffentliche Betriebe gehören ihm an. Fünf Abteilungen mit unterschiedlichen Aufgaben und Märkten bilden den SVTI: Das Kesselinspektorat, das Eidg. Rohrleitungsinspektorat (ERI), das Eidg. Gefahrgutinspektorat (EGI), das Nuklearinspektorat und das Eidg. Inspektorat für Aufzüge (EIA).
Ergänzungsleistungen zu den Tätigkeiten des SVTI werden durch Tochtergesellschaften erbracht. Die Swiss TS Technical Services AG in Wallisellen bietet als Tochterunternehmen des SVTI und des TÜV SÜD umfassende Dienstleistungen auf dem Gebiet der Sicherheits- und Umwelttechnik an. Es sind dies unter anderem Sicherheitsbewertung und Prüfung von Geräten und technischen Installationen, Konformitätsbewertung zu Europäischen Richtlinien sowie Zertifizierung von Managementsystemen aller Art. Ein weiteres Tochterunter-nehmen des SVTI ist das Institut für Werkstofffragen und Materialprüfungen (IWM) in Glattbrugg. Es erbringt vor allem Dienstleistungen in den Bereichen Materialprüfung, mechanische Sicherheit und metallkundliche sowie chemische Analysen. Zu den Aufgaben des Instituts zählt beispielsweise auch die Prüfung von Seilbahnseilen.
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Kontakt:
Herr Franco Brunner
Leiter Marketing / Kommunikation SVTI
Telefon: 044 877 61 39
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